Sheydans zweiter Brief
Zweiter Brief der Adepta Minor Sheydan Saimansuni – auf Reisen mit Halt im Sündenpfuhl Al'Anfa - an ihren Brieffreund Wilfried Appelköm, zur Zeit Bannakademie zu Fasar.Anmerkung: Das Blatt ist mit verwischten braunen Flecken verunziert und die Tinte an einigen Stellen verwischt, als wären Tropfen darauf gefallen... (Blut und Tränen).
Der Brief wurde von einem Mitglied der Hand Borons weitergeleitet. Wilfried macht sich natürlich schwerste Sorgen, aber da der Brief mehrere Wochen zurück datiert ist, sieht er, dass ohnehin alle Hilfe zu spät kommt...
Wertester Brieffreund,
es ist unfassbar, was mir und meinen Freunden geschehen ist. Ich nutze eine Verschnaufpause für mein Schreiben, da ich nicht weiß, was uns noch begegnen wird und ob ich den heutigen Tag überlebe. Möge – wer auch immer diese Zeilen findet – sie an Euch weiterleiten.
Derzeit bin ich sehr geschwächt und leide unter fürchterlichen Kopfschmerzen, meine linke Hand unterliegt einem Dauerzittern, dass ich nicht kontrollieren kann. Doch lasst mich von vorn beginnen. Wir starteten unseren zweiten Versuch, ein Labyrinth durch eine Ruine zu betreten. Diesmal waren wir vorbereitet, dachten wir. Doch sind die Wege der Zwölfe unergründlich, und derzeit scheint mir Hesinde nicht sonderlich gewogen...
Während der Planung kam es wieder einmal zu Streitigkeiten sowohl mit Edorian, der über die Fähigkeiten unserer Gefährtin Djamila nicht im Bilde ist – was auch besser so bleiben sollte! - und somit natürlich ihre magischen Handlungen nicht nachvollziehen kann. Sie versperrte die Gasse, in der die 11 Diebe die Nacht zuvor unsere Tat vereitelten. Ein Ortsansässiger mit Kenntnissen über das Labyrinth sollte das Türschloss öffnen, und als wir nach heftigen Kämpfen mit 6 Gegner, die uns extrem schwächten, alle eingetreten waren, wollte ich die Tür mit einem Objectum fix belegen. Doch ach, die magischen Kräfte sind mir untreu geworden, vielleicht war ich auch schon zu geschwächt... Nun, wie dem auch sei, ich patzte gleich zweifach, und stellt Euch vor!!! Die Tür zerbarst unter meiner Hand, explodierte, und die Splitter flogen in alle Himmelsrichtungen und verletzten meine Freunde. Ich erlitt einen schweren Schock, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Edorian, mein unerwidert geliebter Begleiter durch die Berge, liegt am Boden, ohnmächtig, die Lache von Blut vergrößert sich, während ich noch hinsehe, doch kann ich ihm nicht helfen, da ich noch nicht einmal mir selbst helfen kann. Ich habe kaum noch Mana, wir alle bluten, mein Kopf droht zu bersten, kaum bin ich noch bei Besinnung... Rautried, Sturmhart, Djamila, sie alle schwer verletzt, und durch meine Schuld, meine Schuld! Was, wenn Edorian -
Mir schwindet das Bewussts (hier bricht der Brief mit einem langen auslaufenden Strich ab)

