Saturday, November 19, 2005

Sheydans zweiter Brief

Zweiter Brief der Adepta Minor Sheydan Saimansuni – auf Reisen mit Halt im Sündenpfuhl Al'Anfa - an ihren Brieffreund Wilfried Appelköm, zur Zeit Bannakademie zu Fasar.Anmerkung: Das Blatt ist mit verwischten braunen Flecken verunziert und die Tinte an einigen Stellen verwischt, als wären Tropfen darauf gefallen... (Blut und Tränen).

Der Brief wurde von einem Mitglied der Hand Borons weitergeleitet. Wilfried macht sich natürlich schwerste Sorgen, aber da der Brief mehrere Wochen zurück datiert ist, sieht er, dass ohnehin alle Hilfe zu spät kommt...


Wertester Brieffreund,

es ist unfassbar, was mir und meinen Freunden geschehen ist. Ich nutze eine Verschnaufpause für mein Schreiben, da ich nicht weiß, was uns noch begegnen wird und ob ich den heutigen Tag überlebe. Möge – wer auch immer diese Zeilen findet – sie an Euch weiterleiten.

Derzeit bin ich sehr geschwächt und leide unter fürchterlichen Kopfschmerzen, meine linke Hand unterliegt einem Dauerzittern, dass ich nicht kontrollieren kann. Doch lasst mich von vorn beginnen. Wir starteten unseren zweiten Versuch, ein Labyrinth durch eine Ruine zu betreten. Diesmal waren wir vorbereitet, dachten wir. Doch sind die Wege der Zwölfe unergründlich, und derzeit scheint mir Hesinde nicht sonderlich gewogen...

Während der Planung kam es wieder einmal zu Streitigkeiten sowohl mit Edorian, der über die Fähigkeiten unserer Gefährtin Djamila nicht im Bilde ist – was auch besser so bleiben sollte! - und somit natürlich ihre magischen Handlungen nicht nachvollziehen kann. Sie versperrte die Gasse, in der die 11 Diebe die Nacht zuvor unsere Tat vereitelten. Ein Ortsansässiger mit Kenntnissen über das Labyrinth sollte das Türschloss öffnen, und als wir nach heftigen Kämpfen mit 6 Gegner, die uns extrem schwächten, alle eingetreten waren, wollte ich die Tür mit einem Objectum fix belegen. Doch ach, die magischen Kräfte sind mir untreu geworden, vielleicht war ich auch schon zu geschwächt... Nun, wie dem auch sei, ich patzte gleich zweifach, und stellt Euch vor!!! Die Tür zerbarst unter meiner Hand, explodierte, und die Splitter flogen in alle Himmelsrichtungen und verletzten meine Freunde. Ich erlitt einen schweren Schock, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Edorian, mein unerwidert geliebter Begleiter durch die Berge, liegt am Boden, ohnmächtig, die Lache von Blut vergrößert sich, während ich noch hinsehe, doch kann ich ihm nicht helfen, da ich noch nicht einmal mir selbst helfen kann. Ich habe kaum noch Mana, wir alle bluten, mein Kopf droht zu bersten, kaum bin ich noch bei Besinnung... Rautried, Sturmhart, Djamila, sie alle schwer verletzt, und durch meine Schuld, meine Schuld! Was, wenn Edorian -

Mir schwindet das Bewussts (hier bricht der Brief mit einem langen auslaufenden Strich ab)

Sunday, November 13, 2005

Neues Lied

Wen es interessiert: ich hab "Das Spiel" von Annette Louisan für Pen&Paper Rollenspieler umgeschrieben. Hier isses:

das rollenspiel

daß du nicht mehr bist
was du einmal warst
seit sie sich für dich
ausgezogen hat

daß du alles schmeißt
wegen einer Nacht
und uns gleich verlässt
war so nicht gedacht

du spielst nicht mehr mit
bist nicht mehr dabei
dabei sagtest du
spielen macht dich frei

bleibst bei deinem schatz
leer bleibt jetzt dein platz
auf den Spieler Stühlen

wir wolln doch nur spielen
wir tun doch nichts

daß du wegen ihr
uns alle verläßt
unser meister ist
jetzt total vergrätzt

daß es immer mal
jemand andren gibt
der genau wie wir
rollenspiele liebt

du wirst ausgetauscht
weil du’s mit ihr tust
daß ein neuer kommt
hast du nicht gewußt

es war nie geplant
daß du dich jetzt fühlst
wie einer von vielen

wir wolln doch nur spielen
wir tun doch nichts

daß du nicht mehr schläfst
weil es dich erregt
dass ein andrer jetzt
die Figurn bewegt


daß du fast verbrennst
wenn in deiner Hand
du die würfel spürst
hast Du nicht geahnt

dann komm doch zurück
und steig wieder ein
irgendwie kriegt Dich
unser Meister rein

laß mal lieber sein
mit so einer Frau
und mit den Gefühlen

wir woll doch nur spielen
wir tun doch nichts

Thursday, November 10, 2005

Die Reisen der Adepta Minor Sheydan Saimansuni

Sheydan Saimansuni ist eine Magierin der Bannakademie zu Fazar (Graumagier), die sich derzeit in Al'Anfa in Begleitung der Söldner Rautried und Edorian, der Hexe Damila und dem Adeligen Ritter Sturmhart von Tannenstein auf einer Queste zur Rückerlangung eines Artefaktes der Boron-Kirche befindet.
In ihrer Heimatakademie hat Sheydan einen Vertrauten, dem sie gelegentlich in Briefen von ihren Abenteuern berichtet.

Hier ihr letzter Brief:

Brief der Gelehrten Dame Sheydan Saimansuni, zur Zeit auf Reisen mit Halt im Sündenpfuhl Al’Anfa an ihren Brieffreund Wilfried Appelköm, zur Zeit Studiosus an der Bannakademie zu Fasar
Verehrtester Brieffreund,
wie ich versprach, will ich Euch über den Lauf der Dinge auf meinen Reisen auf dem Laufenden halten. Es gestaltet sich zur Zeit schwierig, der erste Versuch, unseren Auftrag – über den ich leider nach wie vor Stillschweigen bewahren muss – scheiterte am Entgegenkommen von 11 Dieben. Aber auch die zwischenmenschlichen Bande gestalten sich als schwierig. So denke ich, dass unser neuer Gefährte Edorian sich mit einem unerquicklichen Geheimnis trägt, dies aber nicht mitteilen mag, so dass ich ihm leider nicht mit meinen heilkundlichen Kräften behilflich sein kann. Auch geht er sehr oft eigene Wege und fügt sich schlecht in die Gesellschaft, das Bewahren von Geheimnissen scheint ihm ein zu großes Vergnügen, was die Zusammenarbeit sehr erschwert. Ach, diese Söldner! Was für ein Pack! Und nicht gesund für mein Seelenleben, das sage ich Euch! Dieser hässliche muskelbepackte kleine Kerl bringt mich um den Nachtschlaf, weil ich mir nichts sehnlicher wünsche, als selbigen mit ihm zu teilen. Mit so einem – mir fehlen die Worte! Ich fühle mich zurückgewiesen und wertlos, so wie damals, Ihr wisst schon... Und Ihr seid nicht da, mich zu trösten und zu unterstützen. Meine Studien leiden natürlich sehr unter all diesen Herausforderungen des Abenteurerlebens! Wie ich jemals die Kugel unzerbrechlich machen und an meinem Stab befestigen soll, ist ungewiss, wie auch der 2. Stabzauber...
Ach, wie sehr ich mich gelegentlich zu meinen ruhigen Studienzeiten zurücksehne, insbesondere, wenn dieser Möchtegern-Ritter wieder seinen Adelsschmonz von sich gibt. Genießet Eure Zeit in der Akademie! Wie gern harrte ich an Eurer Seite und wäre eine Magistra, die andere ausschickt um Artefakte zu erlangen!
Auch der sympathische Rautried scheint mit merkwürdigen Ambitionen schwanger zu gehen, dies ist aber mehr ein Gefühl, nur ist er sehr in sich gekehrt und in Gedanken.
Nun, lieber Freund, werde ich vorerst aber weiter mit diesem chaotischen Haufen durch die Lande ziehen und merkwürdige Questen bestehen – oder auch nicht.
Auf bald!
Eure
Sheydan Saimansuni
Adepta minor
dBAzF